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tags: Raspberry Pi Web

Ein eigenes internes Netzwerk aufsetzen

Im Jubiläumsjahr zum 25. Jubiläum meiner Schule sollten am Tag der offenen Tür Videos zur Schulgeschichte gezeigt werden. Da die Internetanbindung der Schule, na ja, recht bescheiden ist, musste eine andere Lösung her, als die Videos einfach auf der Homepage zu hosten.

Raspberry Pi als Lösung

Wir haben uns dazu entschlossen, mit Hilfe eines Raspberry Pis ein eigenes internes WLAN-Netzwerk aufzubauen. Der Pi erhält dafür die statische IP-Adresse 192.168.2.4. Eine Verbindung des Intranets mit dem richtigen Internet war nicht vorgesehen oder benötigt. Für das eigentliche Netzwerk werden eigentlich nur drei Komponenten benötigt, die alle auf dem Pi laufen.

Webserver

Mit einem beherzten sudo apt-get install nginx war der Server auch schon installiert. Der nginx musste auch nicht groß konfiguriert werden: Die um die Videodateien herum gebauten Webseiten (einige einfache HTML-Dateien) mussten nur in das entsprechende Verzeichnis kopiert werden.

DNS-Server

Da wir keine Verbindung zur Außenwelt des Internets hatten, musste auch noch ein eigener DNS-Server her, damit die Besucher die Videos auch unter einer schönen Adresse aufrufen können. Die Wahl fiel auf den auch von uberspace empfohlenen djbdns. Dieser wurde aus dem Quellcode selbst kompiliert, wofür auf der Homepage eine Installationsanleitung bereitgestellt wird.

Danach muss tinydns erst einmal eingerichtet werden. Auch dazu gibt es eine gute Anleitung. Die Konfigurationsdatei /etc/tinydns/root/ wurde dann folgendermaßen editiert und anschließend mit make in ein für tinydns lesbares Format gebracht:

.dummy:192.168.2.4:a:259200
=test.dummy:192.168.2.4:86400

Erst hatte ich die erste Zeile vergessen, was gleich durch Nichtfunktionieren auf sich aufmerksam machte. Immer zuerst tinydns mitteilen, dass es bitte auf die Domain antworten soll.

Damit funktioniert bereits die Namensauflösung, wenn an einem Client die IP des Pis als DNS-Server eingetragen wird. Die Besucher sollen aber nicht erst einmal ihre Geräte umkonfigurieren müssen, daher kommt die dritte Komponente ins Spiel:

DHCP-Server

Als DHCP-Server kam der isc-dhcp-server zum Einsatz, der ebenfalls mit apt installiert wurde. Dieser wurde so konfiguriert, dass der Server IP-Adresssen im Bereich von 192.168.2.100 bis 192.168.2.200 vergibt und den Geräten den Pi als DNS-Server mitteilt. Am WLAN Access Point muss der im Router integrierte DHCP-Server deaktiviert werden, sonst gibt es möglicherweise Konflikte. An Kabelverbindungen reicht ein einziges LAN-Kabel zwischen Access Point und Pi und die jeweiligen Netzteile.

Dieser Beitrag ist mehr als technische Beschreibung meines Projekts gedacht, wenn er aber vielleicht dem ein einen oder anderen bei einem eigenen Problem weitergeholfen hat, wäre es aber noch viel besser. Beim Tag der offenen Tür haben immerhn 9 Besucher 68 Hits auf HTML-Seiten erzeugt. Dafür war dies vielleicht ein bisschen viel Aufwand, aber die Erstellung hat auf jeden Fall Spaß gemacht :-)